Sinn als Führungsressource

„Andrea, du bist ja eine richtige Sinnfluencerin!“ Das sagte kürzlich eine Kundin zu mir, mit der ich über sinnorientierte Führung sprach. Vermutlich kam ich selbst so ins Schwärmen über dieses Thema, dass ich Sternchen in den Augen hatte. Passiert mir öfter mal. Immer dann, wenn ich von etwas 100%ig überzeugt bin.
Wofür ist Sinn als Führungsressource gut?
Letztendlich geht es bei der Sinnfrage im Arbeitskontext grundsätzlich darum, mit seiner Arbeit zu einem größeren Ganzen beizutragen. Hier mal ein Beispiel aus der Praxis: Ein guter Freund von mir ist Teamleiter Controlling in einem Sozialunternehmen. Das Hantieren mit Zahlen prägt sein Berufsleben. Doch nicht jedem fällt es leicht, Zahlenwerke geeignet zu durchdringen. So war es auch bei den Einrichtungsleitungen vor Ort. Das wollte er ändern, zumal er nicht nur ein Verständnis für seine Arbeit und die seines Teams schaffen wollte, sondern auch sich und sein Team entlasten musste. Mein Freund stellte sich die Frage, was genau diese Widerstände auslöste und wie er es schaffen kann, ihnen den Sinn von Finanzplanungen, Quartalsberichten und Co. zu vermitteln. Seine Lösung: Er entwickelte lebendige Workshops, in denen er auf spielerische Weise die Themen erläuterte, die Kolleg:innen in Planspiele involvierte und sie am Ende mit einer Idee und einer klaren Vision rausgingen. Seither fällt es den Leitungen vor Ort viel leichter und die Hemmschwelle, Fragen zu stellen, ist spürbar gesunken – und er und sein Team sind entlastet.
Sinnorientierte Führung und ihre Effekte
Was er letztendlich gemacht hat, ist nichts anderes, als selbst eine Vision davon zu haben, was seine Arbeit auslöst, wenn sie da, wo sie wirken soll, verstanden wird. Oder anders ausgedrückt: Always start with why!
Sinnorientierte Führung sorgt dafür, dass Mitarbeitende in ihrer Arbeit Sinn entdecken und dadurch Leistung, Motivation und Bindung steigen. Ob dieser Sinn allerdings entsteht, hängt stark davon ab, wie Führungskräfte selbst ihre Rolle, ihren Beitrag und ihre Arbeit als sinnvoll erleben. Nur wer selbst Sinn in der eigenen Arbeit sieht, kann diesen authentisch vermitteln. Das eigene Sinnverständnis ist Voraussetzung dafür, um andere zu inspirieren und zu führen.