Erkenntnisse mit dem LINC Personality Profiler (LPP) – oder: „Hätte ich das besser mal früher gewusst“

25.2.26 | Allgemein

Ein neuer Klient berichtete mir, dass er nach nur wenigen Wochen seinen neuen Job verloren hat. Dabei klang für ihn vorher alles sehr verheißungsvoll. In einem Coaching wollte er mit mir nun klären, ob es möglicherweise einen blinden Fleck gibt und sich genauer mit seiner Persönlichkeit auseinandersetzen. 

Ich bot ihm eine Persönlichkeitsanalyse mit dem Personality Profiler von LINC (LPP) an. Es motivierte meinen Klienten, dass der LPP wissenschaftlich fundiert ist, die gesamte Persönlichkeit beschreibt (Charaktereigenschaften, Motive, Kompetenzen) und er damit schnell seinen eigenen Themen auf den Grund gehen könne.

Ich hatte ihn vorher gebeten, den Test absolut ehrlich für sich zu beantworten, denn Auswertung einzelner Fragestellungen wird es nicht geben. Ihn erwartete in einem Safe Space ein sehr ausdifferenziertes Bild seiner Persönlichkeit.

Als wir gemeinsam in den Ergebnisbericht einstiegen, bestätigte er zunächst, dass all das, was der LPP ergab, zu 100% passe und ihn einiges nachdenklich machte, was sich insbesondere auf seine letzte Jobauswahl bezöge.

Zu seinen Charaktereigenschaften gehört unter anderem, kritisch und mutig bestehende Strukturen in Frage zu stellen. Er berichtete, dass man sich für ihn als Führungskraft entschieden habe, weil die Organisation im aktuellen Veränderungsprozess jemanden wie ihn mit seiner Fachlichkeit und seiner Haltung brauche. Allerdings war die Energie, mit der mein Klient seine Aufgabe ausübte, für das Unternehmen wohl zu viel – bei allen Lippenbekenntnissen wie „Wir sind im Change und brauchen genau jemanden wie Sie.“ In Wirklichkeit, so berichtete mir der Klient, wollte die Organisation dringend notwendige Veränderungen nur in homöopathischen Dosen. Er hatte die dort herrschende Unternehmenskultur schlichtweg nicht berücksichtigt.

Ihm wurde während des Auswertungsgespräches deutlich, dass er in eine solche Art von Organisation nur dann reinpassen würde, wenn er sich enorm verbiegen müsste und dann nicht mehr authentisch wäre.

Zudem erkannte er, dass nicht unbedingt diejenigen im Unternehmen die Macht haben, die auf dem Organigramm ganz oben stehen.

Im anschließenden Coaching erarbeiteten wir, wie er bei zukünftigen Vorstellungsgesprächen für sich ein klareres Bild von der Unternehmenskultur und – wie in diesem Falle – vom wirklichen Veränderungswillen gewinnen kann.

Während unserer Coachingsession wurde ihm bewusst, dass er viel mehr auf seine eigenen Bedürfnisse schauen und für sich persönlich klären muss, ob der Schuh passt, und wie weit er bereit ist, da hineinzupassen.

Er entwickelte im Coaching verschiedene Fragen, die er im nächsten Bewerbungsprozess stellen könnte. Dazu gehörte auch folgende Frage: „Was müsste ich tun, damit ich mich hier so richtig unbeliebt mache?“. Einfach mal ausprobieren und reinspüren, wie es wirkt.